Nach seinem Geschichtsstudium untersuchte Daniel Büchel zunächst die Machtpolitik päpstlicher Familien des 17. Jahrhunderts, bevor er eine Laufbahn in der Bundesverwaltung einschlug. Heute ist er Generalsekretär des VBS und erklärt im Gespräch, warum sein Karriereweg ungeplant verlief und welche Parallelen zwischen politischer Entscheidungsfindung und dem Schreiben von Seminararbeiten bestehen.
Städtische Bordelle gibt es in Zürich schon seit dem 14. Jahrhundert. Ab 1538 stellte die Stadt eine Frauenwirtsordnung auf. Wie die tatsächliche Umsetzung, das Leben und die Arbeit der Frauen in den Häusern ausgesehen haben, ist unbekannt. Eine Annäherung an eine Alltagsgeschichte.
Im 19. Jahrhundert versuchten Teile der schweizerischen Politik und der organisierten Arbeiter:innenschaft Nachtarbeit zu regulieren. Trotz des nationalen Fabrikgesetzes von 1877 blieb die Gestaltungsmacht über den Arbeitstag weiterhin auf Seiten der Industriellen.
Die Nacht gehört anderen Akteur:innen, es entstehen neue Räume und Risiken. Dieses Handbuch zeigt, was antike Quellen über diese Stunden berichten – und welche Regeln du kennen solltest, um sie unbeschadet zu überstehen.
Anlässlich des 150-Jahre-Jubiläums des Kursaals lädt das Historische Museum Baden mit der Sonderausstellung «Mittendrin im Vergnügen» dazu ein, die vielseitige Geschichte dieses besonderen Ortes zu entdecken. Zwischen verschwundenen Brunnen, prunkvollen Sälen und lebendigen Erinnerungen wird die Vergangenheit der Stadt wieder sichtbar.
Blicken spätere Generationen auf unsere Zeit zurück, könnten sie erstaunt feststellen, wie viel erhalten geblieben ist – und wie wenig davon wirklich von uns erzählt. Sie werden Geräte finden, die unzählige Informationen speicherten, unterschiedslos und massenhaft. Und dennoch sammelte sich in ihnen vieles von dem, was unser Leben prägte und uns wichtig war.
Europa Universalis 5 verspricht die bislang tiefgründigste Simulation europäischer Geschichte. Doch ausgerechnet im Zentrum dieses Anspruchs steht eine Figur, die es nie gegeben hat: der «Geist einer Nation». In dem Moment, in dem ein Mensch diesen abstrakten Akteur übernimmt, geraten die sorgfältig angelegten historischen Linien ins Wanken – und die Geschichte beginnt zu kippen.
In der Monografie «Autocracy, Inc.» untersucht die amerikanisch-polnische Historikerin und Journalistin Anne Applebaum die Strategien moderner Autokraten und deren Auswirkungen auf westliche Demokratien.
Betty Bossi ist im Kino! Oder vielmehr Emmi Creola-Maag, die Erfinderin der fiktiven Köchin, die der Schweiz seit 1956 das Kochen beibringt. Sie selbst war als berufstätige Mutter dreier Kinder eine Ausnahme ihrer Zeit. Der Film behandelt vor allem ihre emanzipatorische Stellung – doch wie nahe bleibt er dabei an den tatsächlichen Geschehnissen? Und trägt er etwas zum heutigen Feminismus bei?
In seiner Interpretation von Mary Shelleys Frankenstein verknüpft Guillermo del Toro Themen wie Vater-Sohn-Konflikte, Fremdsein und gesellschaftliche Ausgrenzung. Entstanden ist dabei weit mehr als eine einfache Verbeugung vor dem Original: Del Toro erzählt den Klassiker neu und verleiht ihm eine stark autobiografisch geprägte Handschrift.
Die Welt schien dem Untergang nahe, als der iberische Priester Orosius seine Heimat verliess. Sein Ziel: die Verteidigung der Heilsgeschichte. Im Auftrag des Kirchenvaters Augustinus bereiste er den Mittelmeerraum und begegnete den wichtigsten Denkern der Spätantike.
Fast zwei Jahre lang waren Vivienne und Bernard von Wattenwyl in Zentral- und Ostafrika unterwegs. Im Auftrag des Naturhistorischen Museums Bern jagten sie Elefanten, Antilopen und Leoparden. Dabei gerät bis heute weitgehend in Vergessenheit, wie sehr ihre Expedition von der Erfahrung und Unterstützung afrikanischer Guides abhing.
Sie betrachtet die Sowjetunion als ein koloniales System und bezieht auch öffentlich Stellung zum Ukrainekrieg. Doch eigentlich arbeitet Botakoz Kassymbekova lieber im Archiv als im Rampenlicht. Im Gespräch mit dem etü erzählt die neue Professorin für Osteuropastudien, wie sie in Kasachstan aufgewachsen ist, wie ihr ein ehemaliger KGB-Offizier bei ihrer Bachelorarbeit half und was sie von ihren Vorgänger:innen am Lehrstuhl unterscheidet.
Mehr denn je erfordert die gegenwärtige Weltlage die fundierte Vermittlung zentraler Kompetenzen der Geschichtswissenschaft. Dennoch sind der bereits 2014 beschlossene Lehrplan 21 sowie die laufende gymnasiale Maturitätsreform mit einer erheblichen Reduktion der Geschichtsstunden verbunden.
Der mittelalterliche Mensch reist nicht und bleibt immer am gleichen Ort stecken? Weit gefehlt, trotz weniger Verkehrsmittel waren die Menschen mobil und neugierig auf die Welt. «A Travel Guide to the Middle Ages» zeigt genau das auf.