Blog
Regelmässig rückt er alte Bilder in neues Licht: Aaron Estermann betreut das Pressebildarchiv des Schweizerischen Nationalmuseums. Vier bis sechs Millionen Bilder aus den vergangenen hundert Jahren werden dort von ihm verwaltet: Negative, Abzüge und Diapositive stapeln sich deckenhoch. Im Interview haben wir ihn gefragt, ob er eher Schatzhüter oder Detektiv ist – und weshalb seine Arbeit politisch ist.
Arbeit und Studium finden für viele gerade ausschliesslich in den eigenen vier Wänden statt. Dabei unverzichtbar sind Videomeetings und Cloudlösungen – und für Schweizer Hochschulen insbesondere das IT-Urgestein OLAT. Was kaum jemand weiss: OLAT wurde von Studierenden entwickelt. Ein Gastbeitrag von zwei angehenden Erziehungswissenschaftlern.
Am 13. Juni 2021 stimmt das Schweizer Stimmvolk über die Revision des CO2-Gesetzes ab. Unsere Redakteurin wirft einen Blick auf die Geschichte der Schweizer Klimapolitik, von den vagen Anfängen bis in die Zukunft. Ihr Fazit: Das Gesetz müsste einen anderen Namen haben, um wirklich etwas verändern zu können. Ein wichtiger Schritt ist es trotzdem.
1971: Endlich Frauenstimmrecht! Oder? Die etü-Redaktion fragte für die letzte Ausgabe bei Grossmüttern, Grossvätern, Eltern und Bekannten nach, wie sie die Abstimmung erlebt haben. Und war überrascht: Was wir dieses Jahr als eine der wichtigsten Errungenschaften des letzten Jahrhunderts feiern, wurde damals von vielen ganz und gar nicht als historisches Ereignis wahrgenommen.
Die spannendste Casting-Show der Zoom-Ära am Historischen Seminar geht in die nächste Runde. Zuletzt ging es um die Meisterschaft des Anthropozän – nun aber macht euch bereit für den Kampf ums erste Millennium in Asien und Europa! Sechs Mitstreiter*innen, zwei Tage, ein Ziel: In Beat Näfs Fussstapfen zu treten. Wer hat das Zeug dazu? Die etü-Redaktion hat sich die Vorträge von fünf der sechs Kandidat*innen näher angeschaut.
Befinden wir uns an der Uni tatsächlich in dem vielzitierten «Elfenbeinturm», abgeschieden von der Aussenwelt? Sollten wir aus ihm türmen oder ihn weiter ausbauen? Einige Gedanken zur wundervollen Welt des Wissens und zu den Grenzen der Verständlichkeit.
Der Tod spielt im Leben die Nebenrolle. Seit aber das Corona-Virus die Bühne betreten hat, rückt die eigene Vergänglichkeit wieder näher. Der Umgang damit fällt schwer – auch, weil das Sterben in der Schweiz eine Privatsache geworden ist. Doch wäre auch eine andere Beziehung zum Sterben möglich? Eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Tod und dem, was danach passiert.
Ein feministischer Hardcore-Porno? Wirklich? Das fragten sich zwei unserer Redakteurinnen und gingen sich einen im Kino anschauen. «Deep Throat» (1972) ist der profitabelste Film, der je gedreht wurde. Sein Entstehungskontext ist ambivalent. Ein Erlebnisbericht über Schubladendenken, technische Pannen und weibliche Lust.
Noch können wir (können wir noch?) ins Dunkel der Kinos eintauchen – und den Dokumentarfilm «W. – Was von der Lüge bleibt» anschauen. Darin treffen wir auf Binjamin Wilkomirski und dessen vermeintliche Holocaustbiografie von 1995. Die filmischen Spuren führen uns zu den Fallstricken der menschlichen Psyche in ihrem komplizierten Verhältnis zur Vergangenheit.
Fussnoten, Druckerschwärze und komplizierte, trockene Sätze? Nicht bei Yuval Noah Harari. Mit seiner neu erschienenen Graphic Novel Sapiens. Der Aufstieg greift der Historiker zu alternativen Methoden der Geschichtsvermittlung. Er wirft dabei so manche Frage auf. Etwa: Ist Geld eine Fiktion? Und: Sind die Sapiens die grössten Serienmörder der Geschichte?