Klassiker der Geschichtsschreibung
In 34 Kurzessays widmet sich François-Xavier Fauvelle in Le Rhinocéros d’or: Histoires du Moyen Âge africain einem bisher vernachlässigten Zeitalter eines weitgehend übersehenen Kontinents.
Mit dem Sonntag von Bouvines zeigt Georges Duby, wie gutes Historiker:innen-Handwerk funktioniert. Gut 50 Jahre nach der Publikation ist das Buch immer noch ein entscheidendes Werk für angehende Mediävist:innen und daher wahrlich ein Klassiker.
Wie aktivistisch darf Geschichte sein? In Caliban und die Hexe stellt Silvia Federici die frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen in Zusammenhang mit dem aufkommenden Kapitalismus.
Was passiert mit den zerstückelten Leichnamen von Heiligen, wenn es Zeit wird für das Jüngste Gericht? Ist Jesus genderfluid? Ist religiös sein männlich? Dieses Buch behandelt all diese Fragen und mehr.
In seiner theoretischen Schrift Unsichere Geschichte setzt sich Hans-Jürgen Goertz mit den Ideen unterschiedlicher poststrukturalistischer Denker auseinander und geht der Frage nach, was Geschichtsschreibung ist, wenn nicht eine objektive Rekonstruktion der Vergangenheit.
Gender and the Politics of History der Historikerin Joan W. Scott dient auch 35 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung immer noch als Grundlagenwerk der Geschlechtergeschichte. In ihrer Monographie zeigt Scott auf, wie sich Politik und Gender gegenseitig beeinflussen.
Was hat der Hut auf einem Bild des holländischen Malers Jan Vermeer mit der Entstehung einer globalisierten Welt zu tun? Timothy Brook beantwortet die Frage in seinem Buch Vermeer‘s Hat. Und erzählt fast nebenbei anhand von acht Gegenständen die Geschichte des 17. Jahrhunderts.
Ein sozialhistorisches Wagnis zahlt sich aus. Der Historiker Géza Alföldy legte 1975 eine etwas andere Studie über die römische Gesellschaft vor: Römische Sozialgeschichte. Sie ist heute noch aktuell – und auch für Studis ohne Flair für die Antike eine spannende Lektüre.
Philosoph, Psychologe, Soziologe, Historiker. Es gibt kaum ein geisteswissenschaftliches Feld, in dem der französische Machtforscher Michel Foucault nicht arbeitete. Sein Buch «Archäologie des Wissens» und die damit verbundene Theorie der Diskursanalyse machten ihn zu einer Legende. Das hier besprochene Werk «Der Wille zum Wissen» wurde weniger rezipiert, ist aber nicht minder lesenswert.
Der amerikanische Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt hat untersucht, welche Repräsentationstechniken europäische Entdecker anwandten, um den Daheimgebliebenen die Neue Welt zu schildern. Im Sinne des New Historicism berücksichtigte er Reiseliteratur, etwa von Mandeville, Kolumbus oder Bernal Díaz.