Autor: Sophia Bosshard

Steven, 34, nimmt in seiner Freizeit als amerikanischer Soldat an Reenactments zum Zweiten Weltkrieg teil. Hier erklärt er, wie er sich gegen die Schubladisierung seines Hobbys wehrt – und weshalb eine amerikanische Uniform bequemer ist als eine Wehrmachtsuniform.
2016 – 2022 nahm die Anzahl Neueintritte ins Geschichtsstudium an der Universität Zürich kontinuierlich ab, wie eine kürzlich durchgeführte Untersuchung des Bereichs Studium und Lehre zeigt. Der etü hat nun bei Bereichsleiterin Marietta Meier zu den sinkenden Studierendenzahlen und den vielen Abbrüchen nachgehakt.
Sechs Kandidierende haben es in die letzte Runde geschafft. Die Vortragsrunden des Berufungsverfahrens stellen jeweils das grosse Finale der spannendsten Casting-Show am Historischen Seminar dar. Jetzt gilt es ernst: Nur eine:r kann in die Fussstapfen von Nada Boškovska treten. Die Probevorträge im etü-Check 3.0.
Er strebt einen inklusiven Unterricht in der Alten Geschichte an, spricht sich aber für ein Latein-Obligatorium aus. Zugunsten seiner neuen Arbeitskolleg:innen lehnte er eine Professur an der HU Berlin ab. Der etü hat Felix K. Maier, den neusten Zugang bei den Profs am HS, zum morgendlichen Gespräch getroffen – leider ohne Kaffee, denn eine Maschine fehlt noch im neuen Büro.
1971: Endlich Frauenstimmrecht! Oder? Die etü-Redaktion fragte für die letzte Ausgabe bei Grossmüttern, Grossvätern, Eltern und Bekannten nach, wie sie die Abstimmung erlebt haben. Und war überrascht: Was wir dieses Jahr als eine der wichtigsten Errungenschaften des letzten Jahrhunderts feiern, wurde damals von vielen ganz und gar nicht als historisches Ereignis wahrgenommen.
Seit Jahrtausenden vermag das Verspeisen von Menschen durch andere Menschen in Erzäh­lungen, Büchern und Filmen zu begeistern. Besonders verbreitet war die Abbildung kannibalis­tischer Handlungen im 16. Jahrhundert bei der europäischen Darstellung von Bewohner*innen des soeben entdeckten Amerikas. Diese faszinierten ein wissbegieriges Publikum – und dien­ten als Legitimation für die Kolonisation der Neuen Welt.
Die Studierenden von heute haben den Ruf, abgelöscht und angepasst zu sein. Christiane Florin, Politologin an der Universität Bonn, hat 2014 gar ein ganzes Buch darüber geschrieben – und dafür viel Zustimmung erhalten. Nun, im Zeitalter der Fridays for Future-Proteste, fragen wir sie: Sind wir Jungen vielleicht doch nicht so schlimm?
Christian Lindner, Zugpferd der FDP Deutschland, hielt gestern an der Universität Zürich für die SIAF-Vortragsreihe einen Vortrag «Zur politischen Lage Europas». Die Rede war von beeindruckender Eloquenz und gewaltiger Rhetorik, die Inhalte die erwarteten. Der Abend sorgte für wenig Überraschung, dafür für einiges an Unterhaltung.
Er ist einer der schillerndsten Intellektuellen der Schweiz: Von seinen politischen Gegnern wird ihm oft vorgeworfen, sich zu wenig von kommunistischen Diktaturen zu distanzieren, dennoch hat ihn die NZZ 2016 zum einflussreichsten Schweizer erkoren. Nun geht ein Film der Person von Jean Ziegler auf den Grund.