Autor: Nicolas Hermann

Ein Tag Gratisarbeit pro Woche, tiefe Löhne – und grosse Angst, sich zu wehren. Die wichtigsten Zahlen, Resultate und Stimmen aus der etü-Mittelbauumfrage.
2019 wird an der ETH erstmals einer Professorin gekündigt. Der Grund: Mobbing von Doktorierenden. Der Fall zeigt, wie stark Nachwuchsforschende von ihren Vorgesetzten abhängig sind. Nun ergeben etü-Recherchen: Auch am Historischen Seminar gibt es Fälle von Abbrüchen wegen schlechter Betreuung, viel unbezahlte Arbeit – und eine grosse Angst davor, es sich mit ProfessorInnen zu verscherzen.
Er ist der Neue am Historischen Seminar: Roberto Zaugg, seit August Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit. Ein Gespräch zum Amtsantritt des vielsprachigen Überfliegers – über heisse Forschungsthemen, mangelnde Lehrkonzepte, moderne Betreuung von Doktorierenden. Und sein liebstes Meerestier: die rote Koralle.
Gibt es eine 68er-Bewegung? «Nein» – meint der Historiker Damir Skenderovic. Man müsse von 68erBewegungen sprechen. Auch die Assoziation der 68er mit der Neuen Linken hält der Fribourger Professor für einseitig: Die 68er-Bewegung habe als Gegenbewegung auch die Neue Rechte hervorgebracht. Ein Interview über vergessene 68er – und über die Studenten von heute.
Wenn alle den Pfarrer sehen können, kann auch der Pfarrer alle sehen: Ein Kirchenraum sagt viel über eine Gemeinschaft aus – weil er ausser Kunstwerk auch sozialer, politischer und symbolischer Raum ist. Ein Buch von etü-Redaktor Michael D. Schmid zeigt das anhand des Zürcher Querkirchenbaus. Diesen Donnerstag feiert es Vernissage.
Spannungen zwischen dem Historischen Seminar und der Fakultät: Ein drohender Brief, viel Wortklauberei und mehr Streit als Reform. Eine Spurensuche zu Bologna 2020 und zur Frage, was elitär ist: mehr oder weniger Verschulung?
Seminare umfassen weiterhin neun Punkte. Für das Latein gibt's Credits. Der Wahlbereich wird grösser. Und die Fakultät ist dennoch nicht zufrieden. Das sind die jüngsten Entwicklungen zur Hochschulreform am Historischen Seminar.
Die Musik gehört nicht zu den konventionellen Berufsfeldern für Historiker. Trotzdem kann Lorenz Häberli vom Mundart-Duo Lo & Leduc Parallelen zwischen seinem Studium und dem Musikerdasein ziehen. Der etü sprach mit ihm über «Realness», Wissensdiskurse und kleinbürgerliche Zukunftspläne.