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1994 erlebte Südafrika die ersten freien Wahlen in der Geschichte der Republik. Euphorisch war die Stimmung damals, sowohl im In- wie auch im Ausland wurde das Ende der Apartheid gefeiert. Und Nelson Mandela gelang das Unvorstellbare: Er verhinderte den drohenden Bürgerkrieg, plädierte für Versöhnung statt Rache. Nur gut zwanzig Jahre später steckt die junge Demokratie in der Krise. Sieben Einblicke in die Widersprüchlichkeit der Rainbow-Nation.
WÜRDE IN EUROPA EINE UMFRAGE ZU DEN GRÖSSTEN HELDEN DES 19. JAHRHUNDERTS DURCHGEFÜHRT, WÜRDE ES WINSTON CHURCHILL WOHL MINDESTENS IN DIE TOP TEN SCHAFFEN. DER ENGLÄNDER, DER BRITANNIEN, EUROPA UND DIE WELT ÜBER MEHR ALS EIN HALBES JAHRHUNDERT MITGEPRÄGT HAT, IST AUCH 50 JAHRE NACH SEINEM TOD NOCH OMNIPRÄSENT. MAN ERINNERT SICH, HULDIGT IHM UND VERGLEICHT SICH MIT IHM – OFT AUS NICHT GANZ UNPOLITISCHEN MOTIVEN.
MIT DEM STICHWORT RUANDA VERBINDEN DIE MEISTEN DAS TRAGISCHE EREIGNIS IM JAHR 1994: DEN GENOZID AN DER RUANDISCHEN MINDERHEIT DER TUTSI. EIN WENIGER BEKANNTER ASPEKT DER RUANDISCHEN GESCHICHTE IST DER SCHWEIZER ENTWICKLUNGSHILFEEINSATZ, WELCHER IN DEN 1960ER-JAHREN BEGANN. WELCHE ZIELE VERFOLGTE DIE SCHWEIZ MIT DIESEM ENGAGEMENT? UND WAR DIESES AUSDRUCK EINES VERSPÄTETEN KOLONIALISMUS?
In der Apologie der Geschichtswissenschaft, seinem unvollendeten letzten Werk, gibt Marc Bloch einen Überblick zu theoretischen und methodischen Werkzeugen eines Historikers. Er verteidigt die Geschichtswissenschaft und zeigt auf, inwiefern sich die Denkweise der Historiker und Historikerinnen von derjenigen anderer Wissenschaftler unterscheidet. Seine Leidenschaft zur Geschichte, die ihn dazu angetrieben hat, dieses Werk unter schwierigsten Umständen zu verfassen, ist in jeder Zeile spürbar.
Cornelia Vismann zeigt in ihrer im Jahr 2000 erschienenen Monographie Akten. Medientechnik und Recht die Entwicklung der Aktenführung innerhalb der Institution des Rechts auf. Dabei illustriert sie eindrücklich die Wechselwirkung zwischen Rechtssystem und Akten. Ihre Untersuchung reicht von der Aktenführung der Antike bis zur Macht der Akten im 20. Jahrhundert.
Maria Todorova ist noch heute eine der angesehensten Balkan-Expertinnen innerhalb der Geschichtswissenschaft. Ende der 1990er-Jahre feierte sie mit Die Erfindung des Balkans ihren grössten Erfolg. Mit ihrem provokativen Buch möchte sie vor allem etwas erreichen: aufräumen mit den Klischeevorstellungen über den Balkan, die zur Zeit der «Balkankonflikte» stark verbreitet wurden.
In das Europa der Nationen ergründet der tschechische Historiker Miroslav Hroch das Phänomen der Nationenbildung in Europa. Dass es verschiedene Formen von Nationen gibt und ihre Entstehungsbedingungen und -geschichten sehr unterschiedlich ausfallen, zeigt er in seinem Werk, das eine Synthese der bisherigen Forschung beinhaltet.
Von Hirten und Liebhabern, Ketzern und Ehebrechern. Emmanuel Leroy Ladurie entführt mit seinem Grosserfolg Montaillou – ein Dorf vor dem Inquisitor in eine Welt voller Sünden und Lebenslust, voller Gerüchte und Geschichten und nimmt seine Leserinnen und Leser mit auf eine mikrogeschichtliche Beobachtungsreise ins südliche Frankreich des frühen 14. Jahrhunderts.
Der Mythos gilt in den Geisteswissenschaften noch immer als Phänomen, das sich gegen Kritik, Widersprüche und Auseinandersetzung immunisiert, und dadurch statisch und invariabel wird. Der Schweizer Nationalmythos von Wilhelm Tell scheint ein gutes Beispiel hierfür. Ein Blick auf seine Rezeptionsgeschichte regt allerdings zu einem Umdenken hinsichtlich des Wesens des Mythos an.