Reformation, Diplomatie und Vorstädte – Der etü in Genf

Michael D. Schmid, Juli 12, 2017

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Zum ersten Mal überhaupt unternahmen wir vom etü eine gemeinsame Reise. Zu zehnt besuchten wir das für die meisten von uns unbekannte Genf. Michael D. Schmid, der eine nahezu professionelle Exkursion organisiert hat, berichtet von seinen Eindrücken. Vom frühklassizistischen Säulenportikus bis zur postmodernen Underground-Technoparty ist alles dabei.

Hier geht es zu den Reiseberichten der einzelnen Tage:

Diplomaten

Erster Tag: Diplomaten-Badge und Sommer-Fondue

Calvinus

Zweiter Tag: Protestantisches Rom und Calvins Lieblingsbier

Lignon

Dritter Tag: Quer durch die sozialen Schichten und zurück

 


Genfer  Stadtgeschichte in a nutshell

4‘000 v. Chr.   Erste Siedlungspuren

121 v. Chr.      Die Römer erobern das allobrogische Oppidum

4. Jhdt.            Bischofssitz

443                  Hauptort des Ersten Burgunderreiches

543                  Unter fränkischer Herrschaft

888                  Teil des Zweiten Burgunderreiches

1032                Aussterben der Burgunderkönige, Genève fällt an den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, de facto Machtvakuum

1124                Bischof wird als Territorialherr der Stadt bestätigt

1440                Savoyer-Herzog Amadeus VIII. wird Papst, alle künftigen Bischöfe stellt das seit langem an der Herrschaft über Genève interessierte Haus Savoyen

1526                Ein Abgeordnetenrat schliesst ein Burgrecht mit Bern und Fribourg, ein Zeichen für den Unabhängigkeitswillen der Bürger gegenüber Savoyen

1533                Der Bischof verlässt Genève nach kriegerischen Auseinandersetzungen mit Savoyen endgültig, viele Bürger schliessen sich der Reformation an

1536                Offizielle Einführung der Reformation; gleichzeitig erklärt sich Genève zur freien Republik und schafft neue institutionelle Strukturen in Kirche und Staat, Genève erhält den Status des „protestantischen Roms“ und nimmt in den folgenden 200 Jahren zahlreiche Glaubensflüchtlinge auf

1559                Gründung der vom Calvinismus geprägten Akademie, die 1870 in die Universität eingegliedert wird

1604                Nach gescheiterten Angriffen Savoyens wird die Unabhängigkeit von Genève bestätigt

1792                Auf einen Volksaufstand folgt die Einverleibung ins revolutionäre Frankreich

1815-16          Der Pariser Frieden und der Wiener Kongress beenden die Napoleonischen Wirren und schlagen die Republik Genève unter Vermehrung ihres Territoriums der Eidgenossenschaft zu.

1864                Die Erste Genfer Konvention begründet den Ruf von Genève als internationale Stadt

1920                Der Völkerbund bezieht seinen Hauptsitz in Genève

1947                Auflösung des Völkerbundes, Genève beherbergt weiterhin diverse internationale Organisationen

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